Standort-Rundfahrt zeigt Investitionsbedarf und Chancen

 
Bei Konsum Berlin tut sich was. Davon überzeugten sich Vertreter, der Vorsitzende der Vertreterversammlung und der Vorstand der Genossenschaft im Juli auf einer Rundreise zu 16 Standorten. In den Berliner Stadtteilen Lichtenberg, Weißensee, Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf besichtigten sie im Bau befindliche Objekte, Neubauten der letzten Jahre, Objekte mit Investitionsbedarf und Standorte, die aufgegeben werden.
 
Die Welt der Supermärkte und Discounter hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Die Sortimente wechseln rascher als je zuvor, Verkaufsflächen werden größer, Lagerflächen kleiner. Wo es früher in Kaufhallen darum ging, die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen, muss Einkaufen heute ein Erlebnis sein und der Preis stimmen, damit die Kundschaft kommt. Neue Märkte sollen schön sein, höchsten Ansprüchen der Energieeffizienz genügen und möglichst geringe Nebenkosten verursachen. Als Vermieter und Bauherr von Märkten ist deshalb auch Konsum Berlin vom Wandel im Handel betroffen und stellt sich darauf ein.
 
Hier entsteht ein neuer Markt: Baustelle in der Bernhard-Bästlein-Straße Anfang Juli 2014
 
Vor diesem Hintergrund war es den Teilnehmern der Rundfahrt wichtig, sich persönlich und vor Ort über die aktuellen Projekte zu informieren. Das Wetter spielte mit, denn der blaue Himmel und Sonnenschein luden geradewegs dazu ein, sich zwei Baustellen ganz genau anzusehen. In der Bernhard-Bästlein-Straße 1 präsentierte sich den Besuchern ein aufgeräumtes Grundstück. Der alte Markt war bereits abgerissen, der Schutt entsorgt worden. Jetzt können die Bauarbeiten für den neuen, modernen Markt starten. Etwas weiter ist man auf der Baustelle in der Ludwigsluster Straße 100. Hier, wo demnächst ein Netto-Markt zum Kaufen einladen soll, sind die Fundamente bereits gegossen. Sobald sie getrocknet sind, soll mit dem Rohbau begonnen werden. Die Besichtigung in diesem frühen Baustadium brachte Details zutage, die man später nicht mehr sieht, die für die Baukosten und späteren Nebenkosten aber eine erhebliche Rolle spielen. An diesen Märkten entstehen so genannte „Rigolen“. Diese unterirdischen Pufferspeicher für das Niederschlagswasser auf den durch den Bau versiegelten Flächen helfen später, hohe Abwasserkosten zu vermeiden. Die Märkte selbst müssen im Sinne der Energieeffizienz technisch so ausgestattet sein, dass die vorhandenen Kühlanlagen mittels Wärmerückgewinnung zugleich zum Heizen dienen.
 
Neu und alt nebeneinander
Klarer Kontrast: Links ein 2010 neu gebauter Markt, rechts ein älteres Objekt mit Investitionsbedarf
 
Besonders beeindruckt zeigten sich die Vertreter von dem Kontrast zwischen alten und neuen Märkten. Die Organisatoren der Rundfahrt hatten dazu fünf seit dem Neuanfang 2007 entstandene Märkte und einige alte, noch aus DDR-Zeiten stammende Objekte ausgesucht. Wo an den erneuerten Standorten die Objekte die Umgebung sogar optisch aufwerten, wirkten die alten Gebäude bei aller soliden Bausubstanz eher schäbig. Diese Ortstermine machten auch deutlich, dass sich aktuelle Anforderungen wie eine größere Verkaufsfläche bei verminderter Lagerhaltung, moderne Kassensysteme oder Dächer mit Tageslichtdurchlässen in der vorhandenen Bausubstanz nicht verwirklichen lassen. So herrschte Einigkeit darüber, dass Investitionen dringend nötig sind, um weiterhin gute Mieterträge zu erzielen und von den attraktiven Standorten zu profitieren. Dass diese häufig mitten in Wohngebieten liegen, ist noch auf den Ost-Berliner Magistrat zurückzuführen. Der hatte zu DDR-Zeiten die Standorte der Kaufhallen bestimmt und sie dort angesiedelt, wo viele Menschen zu versorgen waren.
 
Am Ende des Tages waren sich alle Beteiligten einig, dass dies nicht die letzte Rundfahrt gewesen ist. Konsum Berlin sei auf einem guten Weg: „Wir haben schon viel geschafft, aber es gibt noch viel zu tun.“
 

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