1845 – 1914: Die Idee füllt sich mit Leben


 
 
Erste Warenabgabestelle in Berlin, Vinetaplatz 1. Die Ladenzeit wurde auf 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends festgesetzt, sonnabends bis 10 Uhr.
 
Einkaufen im Großen, Verkaufen im Kleinen und eine gerechte Verteilung des Überschusses. Die einfache, aber wirkungsvolle Idee als Schutz vor steigenden Preisen überzeugte vor allem Arbeiter und Handwerker und verbreitete sich auch in Deutschland schnell. Schon bald kämpfte eine ganze Volksbewegung für die staatliche Anerkennung von Genossenschaften. Schließlich wurde 1868 das erste deutsche Genossenschaftsgesetz erlassen.
 
Die Geschichte des heutigen Konsum Berlin begann 1899 mit der Gründung des Konsumvereins Berlin-Nord. Die erste Warenabgabestelle am Vinetaplatz 1 wurde eröffnet mit Ladenzeiten von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends und sonnabends bis zehn Uhr. Es schlossen sich weitere Berliner Konsumvereine an und gemeinsam gab man sich den Namen „Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend“, unter dem Konsum Berlin auch heute firmiert (mit dem Zusatz „eG“). Schon 1913 eröffnete die 100. Verkaufsstelle der Genossenschaft.
 
Entwicklung Mitgliederzahl bis 1929
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Grafik aus dem Geschäftsbericht 1928/29: Entwicklung des Mitgliederbestandes
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Lagergebäude, Kraftzentrale und Fuhrpark der Konsumgenossenschaft, errichtet von 1910 bis 1912.
 
 
 
Mit dem Vermögen aus den ersten Hausanteilsscheinen mit einer Gesamthöhe von 500.000 Mark kaufte die Genossenschaft ihr erstes Grundstück in der damaligen Rittergutstraße, der jetzigen Josef-Orlopp-Straße 32-36. Es wurde mit einem Zentrallager und Betrieben für die Warenerzeugung, wie einer Bäckerei und Kaffeerösterei, bebaut. Das vom Leipziger Architekten Leberecht Paul Ehricht entworfene und 1914 fertig gestellte Verwaltungsgebäude ist noch heute Firmensitz der Genossenschaft.