1930 – 1935: Unerwünscht unter den Nationalsozialisten

Bäcker vor der Lichtenberger Dampfbäckerei im Jahr 1932
 
Bereits Anfang der 30er Jahre waren Konsumgenossenschaften und Warenhäuser als „Reste marxistischer Wirtschaftsformen“ von den Nationalsozialisten unerwünscht. Noch vor ihrer Machtergreifung setzten sie die „Kampfgemeinschaft des gewerbetreibenden Mittelstandes gegen Warenhaus und Konsumverein“ ein. Aufrufe zu Kaufboykotten und zum Abheben der Spareinlagen verursachten hohe Einbußen bei Konsumgenossenschaften.
 
1933 beschloss die Hitler-Papen-Hugenberg-Regierung, den vorgesehenen Zuschuss für Konsumgenossenschaften nicht zu gewähren und es entfielen Bürgschaften für Kredite zur Liquiditätsstärkung. Konsummitglieder wurden von den Nationalsozialisten mit „Abmeldebüros“ unter Druck gesetzt. Im Rabattgesetz wurden die Rückvergütungen der Verbrauchergenossenschaften den Händlerrabatten gleichgestellt und somit auf drei Prozent begrenzt. Lebensunfähige Verbrauchergenossenschaften mussten nach einem neuen Gesetz liquididieren. Auch die Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend eG musste die Liquidation am 25. September 1935 bekannt geben.