1945 – 1989: Bedeutend trotz staatlicher Eingriffe

 
Mit Kriegsende nahmen, zunächst bezirklich organisiert, Konsumgenossenschaften im sowjetischen Sektor Berlins wieder die Arbeit auf. Auch in der Lichtenberger Konsum-Bäckerei begann man umgehend zu backen. Der Befehl Nr. 176 der sowjetischen Militäradministration regelte alle organisatorischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen des Wiederaufbaus deutscher Konsumgenossenschaften in der Ostzone. Für die tatsächliche Schaffung der benötigten Verkaufsstellen fehlte es aber zunächst an Räumen, Ausstattung wie etwa Schnellwaagen und Transportmitteln. Dennoch waren im Januar 1946 bereits 22 Konsum-Verkaufsstellen teils provisorisch wieder eingerichtet. Die einzelnen Genossenschaften im Berliner Teil des sowjetischen Sektors schlossen sich am 11. Mai 1946 zum Verband Berliner Konsumgenossenschaften GmbH zusammen, die später zur Konsumgenossenschaft Groß-Berlin eGmbH wurde.
 
 
 
 
 
 
5. Dezember 1949: Das Kaufhaus in der Leipziger Straße wird eröffnet.
 
 
 
 
1952: Die Mitarbeiter der Treptower Verkaufsstelle Elsenstraße Ecke Heidelberger Straße stellen als erste auf Selbstbedienung um. Ein Großteil der Ware wird noch im Laden gewogen und abgepackt.
 
 
 
Anfang der 50er Jahre begann die Fleischwaren- und Konservenfabrik in der Rittergutstraße zu produzieren und Konsum Berlin betrieb nahezu 850 Verkaufsstellen. Es wurden erste Selbstbedienungsläden eingerichtet, ein Großteil der Ware wurde jedoch noch im Laden gewogen und abgepackt. 1949 erfolgte der Beitritt Konsum Berlins zum "zentral leitenden und wirtschaftsleitenden Organ", dem späteren Verband der Konsumgenossenschaften der DDR (VdK). Ab 1950 wurden alle Konsumgenossenschaften in die zentrale Planwirtschaft einbezogen. Auch, weil genossenschaftliches Eigentum als gesellschaftlich minderwertig angesehen wurde, musste der genossenschaftliche Großhandel 1960 in den staatlichen Großhandel und damit in Volkseigentum überführt werden.
 
 
 
 
 
Belegschaft vor Konsum-Kaufhalle
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Im Lichtenberger Fleisch- und Feinkostwerk wurden 1984 Waren im Wert von 31,3 Millionen Mark produziert.
 
 
 
 
 
 
 
Gegen Ende der 60er Jahre wurde die Bäckerei in Lichtenberg in staatliches Eigentum überführt und dem VEB Backwarenkombinat Berlin angegliedert. In den Folgejahren wurden Konsum Berlin weitere wichtige Objekte wie die Ackerhalle, die Markthalle, das Bauarbeiterhotel und die Bauarbeiterversorgung entzogen. Das Unternehmen nannte sich seit 1969 Konsumgenossenschaft Berlin. Trotz staatlicher Beschränkungen hatte sich die Genossenschaft bis 1989 zum zweitgrößten Handelsunternehmen in Berlin und zu einer der größten Konsumgenossenschaften der Welt entwickelt mit mehr als 284.800 Mitgliedern und fast 14.000 Mitarbeitern. Zu Konsum Berlin zählten 785 Verkaufsstellen, 62 Kaufhallen, elf Kaufhäuser, 79 Gaststätten, zwei Produktionsbetriebe und ein Hotel. Es wurden außerdem acht Kindergärten, eine Kinderkrippe, eine Sanitätsstelle, fünf Kinderferienlager und fünf Ferienheime unterhalten.